Wettbewerbsteilnehmer Kurzsuechtig 2016

Animation

  • Animals

    2014, Regie: Susann Arnold

    Der Film beobachtet Tiere, die in der Stadt leben. Dabei imitieren sie menschliches Handeln, bleiben aber letztendlich doch Tiere. Auch innerlich zeigt sich eine Veränderung an. Sie träumen, haben Sehnsüchte entwickelt und lieben romantisch.

    The film follows animals who live in the city. They try to imitate human behavior, but in the end they remain animals. They also undergo changes on the inside. They dream, develop longings and learn to love romantically.
  • bildstoerung

    2015, Regie: Murat Haschu

    Ein Kopf wird von den Schultern genommen und mit beiden Händen durch die Welt geschoben, wobei der Kopf die Funktion einer Videokamera übernimmt. Mit bzw. durch dessen Augen sehen wir verschiedene markante Etappen aus dem Leben des Künstlers, der nach Deutschland emigrierte. Es handelt sich um eine Art Sammlung von Erinnerungen an bestimmte, prägende Erlebnisse dieser Emigration. Der in der Modified-Base-Technik realisierte Animationsfilm wurde für das Ausstellungsprojekt „Assoziationsraum Wunderkammer“ zum 100-jährigen Jubiläum der „Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle“ konzipiert.
  • Der Albenbaum

    2015, Regie: Maximilian Zwiener

    Der Waisenjunge August glaubt seinen Augen kaum. Mitten im tiefsten Winter landet auf einmal ein kleiner Vogel an seinem Fenster. Doch handelt es sich bei dem sonderbaren Wesen um einen Baumalb - den letzten seiner Art, der August mit einer schier unlösbaren Mission betraut, die seine eigene und die Welt der Baumalben für immer verändern könnte.
  • Der Lustige König

    2015, Regie: Jörg Weidner, Anke Späth

    Das Leben des Königs ist öde. Nichts zu tun! Die Zeit verstreicht ereignislos.
    Daher macht der König sich daran, Antworten zu finden, das Geheimnis des Glücks zu erkunden. Nur um zu erkennen, daß seine Zeit im ewigen Kreislauf der Dinge abgelaufen ist, daß dem Neuen nun das Leben gehört.
    Ein Märchen für traurige Tage!
  • Die Weite suchen

    2015, Regie: Falk Schuster

    Es ist Sommer 1987. Eine junge Familie aus dem Bezirk Leipzig fährt in den Urlaub.
    Mit dem Trabant+Anhänger macht sie sich auf den Weg zu einer kleinen Privatunterkunft in Grenznähe zur damaligen BRD. Dieser teils autobiografische Anima-Dok-Film begleitet die Familie während ihrer Reise und gibt dabei Einblick in einen mit allerhand Kuriositäten bestückten DDR-Urlaubsalltag so nah an der Westgrenze. Persönliche Erinnerungen und dokumentarisch aufbereitete Fakten verschmelzen zu einem im Zeichentrick animierten Reisetagebuch.
  • Leerstelle

    2016, Regie: Urte Zintler

    Der Film spiegelt die innere Gefühlswelt einer Frau rückblickend auf ihre Geschichte.
    `Man muss weggehen können
    und doch sein, wie ein Baum:
    als bliebe die Wurzel im Boden,
    als zöge die Landschaft und wir ständen fest.`
    (Hilde Domin)
  • LUCKY

    2015, Regie: Kirsten Carina Geißer, Ines Christine Geißer

    „Lucky“ sucht nach dem Glück. Mit Einblicken in verschiedene Erzählungen über Pferdeliebe und Pferdeleben, gescheiterte Existenzen, enttäuschte Liebe und überholte Klischees hinterfragt dieser Animationsfilm unsere Suche ebenso wie deren Ziel: Was bedeuted Glück für den Einzelnen? Können wir nur scheitern?
  • Rue des fleurs

    2014, Regie: Annegret Ehrhardt, Till Giermann

    Der animierte Kurzfilm „Rue des Fleurs“ gewährt Einblicke in das Leben des alten Mannes Gustave, der mit guten Gewissen in seinem Umfeld festgefahren ist. Seinen Lebensraum bildet nahezu ausschließlich seine Wohnung, auch wenn ihm diese inzwischen weder Komfort noch physische Sicherheit bieten kann. Doch steht sie für Heimat und Schutz vor der Außenwelt. Als ein Vergessener verharrt er in seinem Leben....als ein Schatten seiner Vergangenheit und der nicht getroffenen Entscheidungen.

    Die Grenzen der Isolation umgeben ihn jederzeit, aber lichten sich einmal täglich, wenn die Musik als gesellschaftliches Bindeglied fungiert.
    Was kann passieren, wenn man seinen Rhythmus unterbricht und ihn mit seiner Gesellschaftsentfremdung konfrontiert?
    Auch wenn es in guten Absichten geschieht? Kann solch ein Fremdling auf eine aufrichtige Geste oder unerwartete Zuwendung noch angemessen reagieren? Überwindung oder Akzeptanz. Vertrautheit oder doch Verfall. Alleine fühlen oder alleine sein.
  • UTÖ

    2014, Regie: David Buob

    Auf der südlichsten noch bewohnten finnischen Insel Utö spielt sich eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung ab. Wo ist der Unterschied zwischen fröhlichen Tanzschritten und wilden Bewegungen aus Wut?

Dokumentation

  • Ansichten

    2015, Regie: Sita Scherer, Tina Schönfelder

    Bilder eines Gebäudes, Wohngedanken von Menschen.
    Wer spricht, wer formuliert seine Vorstellungen? Im Film prallen die Lebenswelten verschiedener Menschen aufeinander, deren Möglichkeiten sich in unserer Welt grundlegend unterscheiden.
  • BOY

    2015, Regie: Yalda Afsah und Ginan Seidl

    “Boy” zeigt Ausschnitte aus dem Alltag eines Mädchens, das in Afghanistan als Junge aufwächst, und verwebt diese mit den Erfahrungen einer jungen afghanischen Sängerin in London, die in ihrer Kindheit Jungenkleidung trug, um sich freier in der afghanischen Gesellschaft zu bewegen.
  • Hinter dem Wald

    2015, Regie: Francesca Bertin & Leonhard Kaufmann

    Hinter dem Wald liegt die Stadt von morgen. Vor dem Wald liegen die Dörfer von gestern.
  • Kontakt

    2015, Regie: Jana Magdalena Keuchel & Holger Reißig

    Eine Erfahrung, geteilt von Fremden, weckt in ihrer scheinbaren Einfachheit ein tiefes Bedürfnis.
  • Palatka

    2015, Regie: Clara Wieck

    Beobachtungen zwischen Sommer und Krieg, der Ukraine und der Krim. Palatka erzählt von der Begegnung mit Andrej, einem Kriegsverweigerer mit magischen Fähigkeiten. Eine Fabel ohne Fee und Moral, aber mit offenen Fragen.
  • Wasserläufer

    2015, Regie: Beston Zirian Ismael

    Der 12-jährige Djudi ist mit seiner Familie vor dem Krieg aus Syrien nach Istanbul geflüchtet. Da sie dort keinerlei Unterstützung erhält, bestreitet die Familie ihren Lebensunterhalt mit dem Straßenverkauf von Wasser und Brezeln. Durch Momentaufnahmen aus ihrem Alltag enthüllt die Dokumentation ein bewegendes Familienschicksal und zeigt, welche Träume, Wünsche und Hoffnungen durch eine Flucht auf der Strecke bleiben.

    Dieser Film ist entstanden, als ich mit meiner Familie Urlaub in Istanbul gemacht habe. Als ich die vielen syrischen Kinder auf der Straße gesehen habe, konnte ich nicht wegschauen und so fasste ich spontan den Entschluss, noch während meines Urlaubs diesen Film zu drehen.

Fiktion

  • Der Jackpot

    2015, Regie: Malte Wirtz

    Jackpot. 4 Mio Euro. Fünf hungrige Mäuler. Keiner will teilen.
  • Er und Sie

    2015, Regie: Marco Gadge

    Thomas ist auf dem Weg in ein Leben, in dem es nur noch ihn und seine Freundin gibt. Doch der Traum zerplatzt wie eine Seifenblase, als sich diese von ihm trennt. So trifft er an einer einsamen Raststätte auf Annemarie. Thomas berichtet der skurrilen Dame von seiner zerstörten Beziehung und muss erkennen, dass egal was passiert, und sei es noch so dunkel und böse, es immer einen Grund gibt ins Leben zu springen.
  • Fische

    2015, Regie: Sarah Schreier

    Der künstlerische Kurzspielfilm FISCHE erzählt die Suche eines Mädchens nach Nähe und Geborgenheit. Ohne eine feste Bleibe und die Sicherheit eines sozialen Netzes streift sie durch die Stadt, um einen Freund wieder- und in ihm vielleicht sogar einen Gefährten zu finden.
    Die Situation steht stellvertretend für den Zustand unserer Gesellschaft. Beide Jugendlichen sind getrieben von dem Wunsch, einen Platz oder ein funktionierendes Lebensmodell für sich zu finden, einen Ort, an dem sie bleiben oder rasten können. FISCHE behandelt – mit der Figur des Mädchens als Projektionsfläche – die Schwierigkeit einer Selbstverortung in unserer Welt und zeigt die Grauzonen zwischen den gesellschaftlichen Normen auf.
  • Für dich bei mir

    2016, Regie: Clemens Beier

    Die Seniorin Margret gerät auf einen von Technomusik und Lichtblitzen durchzogenen Trip, als sie sich auf die verzweifelte Suche nach ihren dementen Mann Helmut macht. Die Situation eskaliert, als die Grenzen zwischen Realität und Einbildung kollabieren und Margret im Strudel zwischen liebevoller Zuneigung und schmerzhaften Abschied unterzugehen droht.
  • La Cigale et la Fourmi

    2015, Regie: Julia Ritschel

    Die 18-jährige Schülerin Lena interessiert so kurz vor Abschluss der Oberstufe nur eins: Französisch. Dabei mag sie nicht einmal die Sprache, dafür aber ihre Lehrerin Katharina. Die zwei unterschiedlichen Frauen verbindet eine heimliche Liebe, die zerbricht, als Katharina sich für ihr altes Leben entscheidet. Schmerzlich muss Lena der Realität ins Auge blicken und sich fragen, welchen Weg sie gehen will und ob es noch einen anderen gibt, als den von `Der Grille und der Ameise`.
  • Neverland Now

    2015, Regie: Georg Pelzer

    Die Kunststudentin Kalina (21) provoziert mit ihrer rücksichtslosen Art Kommilitonen und Dozenten, sie lebt ihr Leben im Hier und Jetzt. Ihre einzige Freundin Ruth (24) hat gerade die Universität beendet und weiß nicht so richtig, was sie nun mit ihrem Leben anfangen soll. Spontan beschließen die beiden Freundinnen nach Portugal zu fahren, morgen früh geht es los. Sie ziehen gemeinsam in die Nacht um ihren Entschluss zu feiern, nach einem halbherzigen Versuch ein Auto zu klauen landen sie schließlich auf einer
    großen Studentenparty. Doch als Ruth Zweifel an der geplanten Reise bekommt, nimmt die Nacht eine unerwartete Wende.

Experimental

  • Essen vom Boden der Geschichte

    2014, Regie: Sita Scherer

    Wir sammeln Kürbisse vom Friedhof und kochen daraus Suppe. Wir pflanzen Salbei auf Gräbern. Warum keine Tomaten dort pflanzen, wenn doch jeder Boden eine Geschichte hat.
    Ein Industriepark ist der Ausgangspunkt des auf 16 mm gefilmten Gedankenspiels. Er liegt auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Kassel Waldau, der während der NS-Zeit als Werksflugplatz von der Firma Fieseler Flugzeugbau genutzt wurde. In diesem sogenannten „Nationalsozialistischen Musterbetrieb“ wurden verschiedene Militärflugzeuge hergestellt und die V1 entwickelt. Tausende niederländische und französische Zwangsarbeiter_innen waren hier eingesetzt. Heute allerdings sind die alten Pisten und Wege überwachsen mit Äpfeln, Brombeeren, Hagebutten, Pilzen. ESSEN VOM BODEN DER GESCHICHTE geht von der Idee aus, dass jeder Boden Geschichte in sich birgt und man diese, so zerstörerisch sie sein mag, über die Früchte, die der Boden trägt, zu sich nehmen kann.
  • Fading

    2014, Regie: Alina Cyranek

    Am 18. April 1945 machte der Fotograf Robert Capa in einem Leipziger Haus Fotoaufnahmen, die im LIFE Magazine veröffentlicht und unter dem Titel „Der letzte Tote des Krieges“ weltberühmt wurden. Der Film ist eine erfahrbare Begegnung, indem er Capas Weg durch das Haus anhand seiner Kontaktabzüge und vielen Originalgeräuschen rekonstruiert und somit die letzten Minuten im Leben des US-Soldaten Raymond J. Bowman festhält, bevor er von einem deutschen Scharfschützen getötet wurde und Capa sein Foto machte.
  • Inventar

    2014, Regie: Thadeusz Tischbein

    1984, in einem Büro, beleuchtet mit fahlem Neonlicht: Regina Meyer, Stenotypistin, entstaubt ihre Dieffenbachia amoena.
    Der Film dreht sich um die starke assoziative Verknüpfung von bestimmten Pflanzenarten mit dem Büro. Ursache ist die Vorliebe für bestimmte Pflanzenarten im Büroumfeld, die zu einer „Mono“-Kultur der Büropflanzen in den 70er und 80er Jahren führte und bestimmte Arten fast synonym für Büropflanzen erscheinen lässt.
  • I´m tired of being an Artronaut

    2015, Regie: Anna Baranowski

    Stets mit leicht verklärtem Blick, weltentfremdet, leicht verwirrt, eher irritiert, starrt der Künstler in die Luft. `I´m tired of being an Artronaut` thematisiert in Form eines Selbstbildnisses das Klischeebild eines Künstlers in der heutigen Gesellschaft und zeigt den Fall eines von der Welt anerkannten Optimisten, der gar nicht mehr vor hat wieder aufzustehen.
  • Mental Asylum

    2014, Regie: Susanne Wawra

    `Mental Asylum` explores personal identity in a very vulnerable place, a person`s mind in the depths of mental illness. It is a recording from the first day of admission into a psychiatric hospital. The piece provides access to the struggle of the self and the very core of identity when everything seems lost.

    `Mental Asylum` is an intentional revelation of the private self, a record of the mind in ill health. It shows the self talking to the self, no cut, no filter. Here, video is used as a device extending the boundaries of interior dialogue to include the audience.
  • ML

    2015, Regie: Felix Leffrank

    In diesem Video sehen wir eine Frau, die einen Mann hypnotisiert, der hinter der Kamera sitzt.

    Mein Interesse an der Hypnose gründete sich wegen meines Faibles für manipulative Situationen. So begab ich mich im Selbstversuch in die Hände und Worte von unterschiedlichen HypnotiseurInnen. Dabei stellte ich schnell fest, dass es sehr leicht ist, ei­ nen Menschen in Hypnose zu versetzen. So schrieb ich ein Skript für ein Video, das im hypno­tisierten Zustand gedreht werden sollte. Als mir klar wurde, dass die Hypnose ein zu einfaches Symbol ist, für eine unverhältnismäßig komplexere Manipulation im Zwischenmenschlichen, die ich damit thematisieren wollte, entschied ich, die Hypnose von einer Schauspielerin durchführen zu lassen. Alles was man braucht um einen Mensch in Hypnose zu versetzen, ist eine kontrollierte Stimme.
  • Postkolonialismus auf 30 m2

    2015, Regie: Clara Winter

    Sie erträgt die Schuld nicht länger, Europäerin zu sein und beschließt sich einem „dritte Welt Menschen“ zur Verfügung zu stellen und ihm zu dienen. Er hält dies für angebracht und akzeptier dankbar diese Wiedergutmachung. Sie beginnt zu kochen, aufzuräumen und Stück für Stücke ein paar gut gemeinte Regeln zu installieren, um ihm zu zeigen, dass seine ökonomischen, hygienischen und kulturellen Lebenstarndarts verbessert werden können. Sie versucht einen Weg zu finden, der gut für sie beide ist.
    Er ist irgendwie unglücklicher als zuvor.
  • [ˈdʊŋkl̩ˌdɔɪ̯ʧlant]

    2015, Regie: Juliane Jaschnow & Stefanie Schroeder

    Dun·kel·deutsch·land [1] umgangssprachlich: aus Sicht eines Bürgers der alten BRD

    eine abwertende Bezeichnung für die neuen Bundesländer – ehemalige DDR; Charakteristische Wortkombinationen: aus ~ kommen; Synonyme: keine;
    kein Plural

    Geisterbahnfahrt durch die ehemalige Industrieregion Halle/Bitterfeld, die sich ihres Rufs entledigen will: Fabriken und Schornsteine verschwinden - Wellnesscenter breiten sich aus, Schafe grasen unter Solarpanels. Dicht an der neuen Oberfläche lagert die jüngste Vergangenheit. Die subjektive Kamera der in Dunkeldeutschland geborenen Filmemacher sucht stolpernd nach der richtigen Distanz. Ausgangspunkt ist der Dunkeltrakt der ehemaligen ORWO-Filmfabrik.