Experimental

Kurzsuechtig 2017

  • 1. Jahr des Ebenenwechsels - impating deep space

    2016, Regie: Eva Jägle, Daniel Zirke, Christoph Müller

    Am Rande des Unbewussten kommt man in einen Bereich, der die Grenzen von Wahrnehmung und Widerspruch erweitert.
  • Atlas of the Wounded Buildings

    2016, Regie: Thadeusz Tischbein

    In solch einer großen Stadt – wie könnte jemand all die kleinen Details sehen, wie könnte sich jemand an all die längst vergangenen Geschichten längst gestorbener Leute erinnern? Architektur ist ein Buch – das ist es, was man sehen könnte, würde man genau hinschauen. Es ist so viel in diesem Buch aufgeschrieben, in Sprachen, die kaum ein Historiker entziffern könnte. Atlas of the Wounded Buildings versucht, Architektur als Archiv zu begreifen, Spuren und deren mögliches erzählerisches Potenzial zu erkunden und eigene Systeme von gefundener Erzählung zu erfinden. Anhand von Einschusslöchern in europäischen Fassaden berichtet der Film von Krieg – in einer unmittelbaren räumlichen Nähe. Die Spuren dieser Ereignisse verschwinden nach und nach und entziehen uns sozusagen ihre erzählerischen Möglichkeiten.
  • boden I

    2016, Regie: Katia Sophia Ditzler

    Du kannst eine Stadt nur so kennenlernen: durch ihren Boden. Müll, Essen, Glas, Liebesbriefe, tote Tauben, ungeschickt gemalte Hakenkreuze.
    Ein surrealer Poesiefilm als Collage von Klängen und Bildern, aufgenommen in Kyiv (2015/16).
  • Die Grauen Herren

    2016, Regie: Florian Schurz, Gunther Schumann

    Hip-Hop trifft auf Kinderbuch, trifft auf Comicwelt. Die Grauen Herren ist ein experimentelles Musikvideo von Gunther Schumann, das sich auf das Universum von Michael Endes Momo bezieht.
    Der Protagonist lässt sich von den Agenten der Zeitsparkasse rekrutieren und versucht mit allen Mitteln seine Freunde vom Sparen ihrer Lebenszeit zu überzeugen. Schnell realisiert er jedoch, dass er dieser Aufgabe bei weitem nicht gewachsen ist – sehr zum Leidwesen der Agenten. Der Spieß dreht sich um: aus dem überzeugten Zeitjäger wird ein Gejagter.
    Alle lebensgroßen Kulissen und Sets in diesem Video wurden per Hand aus Pappe angefertigt. Der Musiktitel wurde eigens für dieses Video geschrieben und produziert.
  • ExplorerIN 2009

    2016, Regie: Clara Winter

    Die Methoden und finanziellen Strukturen, die künstlerische Arbeit ermöglichen, bleiben oft verborgen und damit umhinterfragt. Die Chance in exotischen Ländern zu arbeiten und Armut, Entfernung und das `Andere` zu stilisieren birgt das Risiko aus dem internationalen Künstler nicht mehr als einen Touristen, Entdecker oder astethischen Ausbeuter zu machen, der sich der Schätze anderer bedient und mit einem Reichtum heimkehrt, der seinen Weg nicht zurück finden wird.
  • Kaltes Tal

    2016, Regie: Florian Fischer & Johannes Krell

    Der Film verhandelt dialektisch unser Verhältnis zur Natur als Lagerstätte für Rohstoffe und
    mystischem Möglichkeitsraum.
    Changierend zwischen ästhetischer und dokumentarischer Form beschreibt der Kurzfilm
    „Kaltes Tal“ die Arbeitsabläufe eines Tagebaus, in dem Kalkstein gefördert wird.
    Das geborgene Material wird verarbeitet und durch eine Waldkalkung der Natur zurückgeführt.
    Durch diese Maßnahme soll dem sauren Regen entgegengewirkt werden, der die Waldböden belastet. Ein Kreislauf wie eine Möbiusschleife – den irreversiblen Konsequenzen des Rohstoffabbaus geschuldet, um das fragile Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen. Kalkstaub legt sich behutsam auf dem Waldboden ab. Eine weiße, sphärische Gegenwelt öffnet sich, die unser ambivalentes Verhältnis zur Natur hinterfragt.
  • Kühlschränke

    2016, Regie: Philipp Renner

    Wenn wir wirklich alle das sind, was wir essen, dann ist unser Kühlschrank wie eine Art Spiegel unserer Selbst. Über den Inhalt lassen sich Rückschlüsse auf unsere Person und unseren Charakter ziehen.
    Diese Montage ermöglicht einen Blick in den Lebensraum der verschiedensten Figuren, die mit ihrem Kühlschrank agieren. Vor diesem spielen sich die verschiedensten Szenen ab - sowohl alltäglich als auch skurril.
  • Reich der Möglichkeiten: intermitências da percepção

    2017, Regie: Clemens Schöll, Mᵃ Francisca de Abreu-Afonso

    Die Filmkamera eines jungen Deutschen geht kaputt. Er sieht es als Zeichen der sich auflösenden Medienlandschaft und einem Vertrauensverlust in die Nachrichten. Nachdem die Rechte in den Wahlen 2017 an Kraft gewinnt flieht er nach Portugal, bleibt aber unsicher ob dies eine adäquate Reaktion war. Zurückblickend fragt er sich, ob überhaupt etwas geschehen ist.
  • RUHE FRIEDEN SICHERHEIT

    2016, Regie: Sita Scherer

    Ein analoger Alptraum einer Welt, wie sie 3000 - 3600 Menschen am 25.4.2016 in Dresden
    entwarfen. Ruhe, Frieden und Sicherheit sind dabei austauschbare Phrasen, die für ein
    Dichtmachen vom Eigenheim über den Gartenzaun bis hin zu den Ländergrenzen stehen.
  • strike

    2015, Regie: Nessi Niepmann

    In einer ganz normalen Stadt, an einem ganz normalen Tag haben es alle eilig- bis- an einem anderen Ort, jemand vor seinem Bildschirm an einigen Knöpfen dreht und die vertraute Welt mit einmal auf dem Kopf und in Flammen steht.
  • Studio

    2016, Regie: Marian Freistühler

    STUDIO (lat.: studium Eifer, Arbeit, Mühe) ist ein experimenteller Kurzspielfilm, der Film- und Fitnessstudio zueinander in Bezug setzt. Ist im Fitnessstudio der körperliche Ausdruck Ziel des Trainings, geht es im Filmstudio um den emotionalen. In beiden Fällen ermöglicht das Studio als Ort spezialisierter Konzentration die Reproduktion tatsächlicher Ausnahmezustände – nämlich solche körperlicher Beanspruchung und emotionaler Intensität. Dies setzt Vorzeichen für die Art und Weise, auf die sich Menschen hier begegnen. Die Arbeit an sich selbst meint immer auch das Verhältnis zum Anderen. Es bleibt die Frage, worauf sich diese Menschen eigentlich vorbereiten.
  • Transit

    2016, Regie: Mandy Krebs

    In mehreren ruhigen Kameraeinstellungen werden die verschiedenen Bereiche eines Gebäudes vorgestellt. Das Gezeigte bleibt dabei unkommentiert. Mehrere funktionale Eigenschaften scheint dieser Komplex zu kombinieren. So ist er Lagerort, Hochsicherheitstrakt und repräsentativer Showroom in einem.
    Die Aufnahmen stammen aus dem 2014 errichteten Freeport Luxembourg. Das Freizolllager ist ein hochmodernes Zentrum für das Lagern, die Abfertigung und den Handel von Wertgegenständen.