Experimental

Kurzsuechtig 2018

  • a|c|g|t

    2017, Regie: Nick Teplov

    Man sucht seit alters her nach der Ursprache, doch vielleicht ist diese Sprache ein Teil von uns: unser Gencode. Jeder mensch ist nur eine Teilartikulation. Wir sind die Adressat*innen, wir sind die Botschaft.
  • Besuch in der Heimat

    2016, Regie: Frauke Rahr

    Der Film geht los. Zu sehen ist ein alter 15-minütiger Schwarzweißfilm auf 16 mm, welcher das Alltagsleben einer sorbischen Frau zeigt. Der Sprecher ist aus einer anderen Zeit, der Ton klingt alt, der Titel ist in einer nicht mehr modernen Schriftart – das müssen Aufnahmen von früher sein und tatsächlich, der Film sagt, er ist von 1957. Abspann und Ende folgen.
    Der Zuschauer denkt, der Film ist zu Ende, doch halt! Jetzt geht derselbe Film noch einmal von vorne los, aber diesmal in bunt, im Format 16:9 und mit einer modernen Vertonung von 2016. Es sind exakt dieselben Filmbilder und der gleiche Schnitt, aber nun werden einige Dinge sichtbar, die in der eben gesehenen Schwarzweißversion aus dem Jahr 1957 hinter den schwarzen Balken, die rechts und links das 4:3-Bildformat säumen, versteckt waren. So sieht man in der bunten, heutigen Version des Videos in einer Szene einen Tagebaubagger, welcher im Schwarzweißfilm von 1957 noch nicht zu sehen war.
    Die beiden Filme zeigen die Frau in ihrem Alltag: Man sieht, wie sie auf ihrem Hof die Tiere versorgt, mit dem Waschbrett wäscht, Holz hackt – unaufgeregt und in der Machart einer klassischen Doku, wie man sie tausendfach gesehen hat und aus dem TV kennt. Es gibt einen Sprecher, der ähnlich wie in einer typischen Doku mit einer angenehmen Erzählerstimme Fakten nennt und durch den Film trägt. Infotainment. Er beredet die Filmbilder und nimmt den Zuschauer an die Hand. Letztendlich gibt es zwei in sich geschlossene, runde Kurzdokumentationen, die jeweils für sich stehen können und verschiedene Geschichten aus zwei unterschiedlichen Zeiten erzählen: eine 1957, die andere 2016.
    Der Clou dabei ist, dass beide Filme im Kern aus exakt demselben Filmmaterial und dem gleichen Schnitt bestehen! Alles in allem ist „Besuch in der Heimat“ eine sonderbare und awkward Dokumentation, welche Medienmanipulation anwendet und authentische Fakes thematisiert.
    Weitere experimentelle Präsentationsvariante: Beide Filme können parallel gezeigt werden, dann verkürzt sich die Länge um die Hälfte.
  • Comments

    2017, Regie: Jannis Alexander Kiefer

    Ein Blick auf das deutsche, digitale Vermächtnis unserer Gesellschaft: Echte Kommentare von YouTube werden in verschiedenen Kapiteln interpretiert und nachinszeniert. (Laien-) Darsteller verkörpern die Protagonisten der virtuellen Unterhaltungen und verleihen dieser durch eine semi-dokumentarische Inszenierung eine menschliche Gestalt. Dadurch werden die wahren, aber körperlosen Geschehnisse in einen für die Kamera greifbaren Raum geholt.
  • Der Botaniker

    2017, Regie: Justine Bauer

    Emma trägt Louis Féraud, Smartphone und ein Bonbonglas.
    Alle anderen Bademäntel und einen Affen.
  • Der perfekte Mensch

    2017, Regie: Franca Brinkschulte

    Gesellschaftskritischer Kommentar zu dem Werk `Der perfekte Mensch` von Jørgen Leth, bezogen auf das Bild des perfekten Menschen, die heutige gesellschaft und die Eigenwahrnehmung.
  • Die letzte Party

    2017, Regie: Wilda WahnWitz

    Die Fete nach der Filmpremiere. Späte Gäste verändern alles.
  • FISH PARADISE

    2016, Regie: Annegret Sachse

    Im Februar 2016, als ich Yulia in Moskau besuchte, hatte Putin die Krim annexiert und war in die Ukraine einmarschiert, und einen Steinwurf vom Kreml entfernt war Boris Nemzow ermordet worden. Fische, Schreibmaschinen und Menschen beobachtend, ist dieses assoziative Gedankenstück eine subjektive Fußnote an derzeitigen russischen Zuständen.

    By February 2016, when I visited my friend Yulia in Moscow, Putin had occupied Crimea, invaded Ukraine and Boris Nemzow had been murdered in eyesight of the Kremlin. Observing fish, typewriters and people, this associative piece of thought is a subjective footnote to Russia’s current political situation.
  • friedenkriegen … z wójny jědu…

    2017, Regie: Maja Nagel & Julius Günzel

    Ein filmischer Hybrid als Stimmungsbild unseres Alltags vor dem aktuellen Hintergrund Dresdens mit überlieferten sorbischen Klängen.
    An verschiedenen Stellen der Stadt DRESDEN erscheint immer wiederkehrend ein kleiner, gezeichneter Film, eine Animation über Krieg und Frieden, Streit und Versöhnung: Schüsse in der guten Stube und Herzschlag in der Straßenbahn.
  • Go.STOP.Gone

    2017, Regie: Annegret Ehrhardt

    HALT! Stehenbleiben! Ganz ruhig sein-Das aber nicht gut können-Gleich weiter müssen-Und wohin?Wann ist die richtige Zeit für den richtigen Ort? Und wo ist das überhaupt? Muss man denn unterwegs sein, um anzukommen? Eine fortwährende Suche - und wonach? Gut, dann los!
  • Irony

    2018, Regie: Svenja Studer

    Seid stark! Alle Welt darf Weiblichkeit gestalten. Der emanzipatorische Fortschritt löst die Erwartung aus, die Frau müsse stets Stärke beweisen. Gleichzeitig trägt sie immer noch das Branding der Fürsorge und Haushaltsführung. Dieser Film ist eine Hommage an die Zärtlichkeit bei der Suche nach sich selbst, im Umgang mit Sexualität und Mütterlichkeit.
  • Performance No. 1

    2017, Regie: Sophie Kampf

    Performance mit einem Laubbläser.
  • Schneewittchen (Snow White)

    2017, Regie: Thadeusz Tischbein

    Welche Rolle spielt Kultur, wenn tote Körper nicht begraben werden, sondern nach dem Tod einen bestimmten Zweck erfüllen sollen? Dieser Frage geht „Schneewittchen“ anhand von stalinistischen Mausoleen nach, wie von Lenin, Gottwald und Mao, aber auch Tierpräparaten in naturkundlichen Sammlungen und religiösen Praktiken, wie Reliqiuen in der katholischen Kirche. Welche Erzählform wurde gewählt, um die konkreten Handlungen zu verschleiern und zu verklären?
  • TAGIIR

    2016, Regie: Zoë Steingaß

    “TAGIIR“ (dt. Wandlung) ist ein Kurzfilm der das Aufeinandertreffen zweier Jugendlicher, vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise und der deutschen Rüstungsindustrie, zeigt. Es geht um die Freundschaft zwischen dem syrischen Flüchtling Faris und dem deutschen Phillip. Nach den ersten gemeinsamen Unternehmungen stellt sich heraus, dass Faris einen Arbeitsplatz sucht. Phillip schlägt ihm vor in der Rüstungsfirma seines Vaters anzufangen. Diese Entscheidung lässt Phillip alles Bisherige hinterfragen.
  • Tarnished Soul II

    2017, Regie: Uwe Schinn

    Ich erzähle Geschichten, Miniaturepen vorwiegend von Musikern, aber auch von anderen Künstlern. Ausgangspunkt für diese Narrationen ist stets ein konkreter geschichtlicher Moment. Den Arbeiten sind als Subtext geschichtliche Verortungen in der Pop-Kultur eingeschrieben. Inhaltlich handeln sie von einer Dekonstruktion überlieferter Künstlerbilder und -images bzw. von Kunstproduktion als solcher.
    „Tarnished Soul II“ ist einer von 2 Experimental Filmen, der Original Video Blog Zitate von Popmusikikone Beyonce nutzt. Nachdem sie sich bei einem Großteil ihrer Fans durch zweifelhafte Kommentare bzgl. des Mutterseins öffentlich unbeliebt machte reagierte sie mit demütigen, scheinbar persönlichen Video Blogs auf den ihr unterlaufenen Fauxpas.
    „Tarnished Soul II“ bedient sich entfernt unterschiedlicher filmischer Techniken, die im Laufe der Pop-Kulturellen Geschichte entstanden sind (z.B. D.Lynch/“Dune“). Der Clip wirft einen ironischen Blick auf des Künstlers Bemühungen vermeintlich authentische Nähe zur Öffentlichkeit herzustellen und ihren Anforderungen gerecht zu werden.

    The characteristical feature in my work is based upon the deconstruction of bequethed artists imagery found in pop cultural contexts. They are mostly narratives in form of miniature epics.
    The sequence „Tarnished Soul II“ is one of two experimental films, which use original quotes of video blogs being posted by pop icon Beyonce shortly after she drew much negative attention toward herself with drastic comments concerning motherhood in general. The clip remotely avails itself of different techniques found throughout the pop cultural history (e.g. D.Lynch /Dune). „Tarnished Soul II“ casts an ironic view on the artists engagement in public behavior.

  • The Way of the Future

    2017, Regie: Tim Thiel

    Der Riebeckplatz in Halle ist ein Transitort zwischen Hauptbahnhof, Autobahn und Innenstadt. Seine Gestalt wurde stets dem vorherrschenden Zeitgeist architektonisch angepasst. Nun verschwindet langsam der durch die DDR geprägte Baustil von diesem Ort. In `The Way of the future` unternehmen wir eine sphärische Zeitreise bis zum letzten Sonnenstrahl unter der Erde. Der Film greift dabei ausschließlich Bildelemente des Riebeckplatzes auf.
  • Welcome to the first world

    2017, Regie: Ida Schmutz

    „Welcome to the first world“ prangen gelbe Buchstaben über einem 1,35 Meter tiefen Meer. Sie laden ein, einzutauchen, nach einer langen Arbeitswoche, in die laue Welt der versuchten Dschungelathmo. Grillen zirpen. Vögel zwitschern. Schlangen winden sich. Versteckte Lautsprecher sind ihre Münder im Wald. Ein Versprechen von Authentizität in einer fiktiven Wildnis. Ein Amerikaner erfrischt sich vom künstlichen Klima mit einer Coca-Cola aus einem palmenförmigen Plastikbecher. Der Himmel am Horizont der ehemaligen Zeppelinhalle scheint immer blau, blau wie Styropor.

    Der größte Indoor-Regenwald der Welt liegt im Herzen Brandenburgs. Im „Tropical Islands“ kann man durch zahlreiche tropische Appropriationen in ein „Urlaubsgefühl“ eintauchen. So wird das Fremde zum harmlosen Spektakel, für das man kein Wörterbuch und keine Impfung braucht. Schlagzeilen über Terror machen das Tropical Islands immer erfolgreicher.
    „Hoffen wir mal, dass sie uns hier in Ruhe lassen.“ Das Skript für den Film sind Interviewzitate, aus Gesprächen mit Angestellten und Gästen innerhalb des Ferienresorts. Das Island spiegelt schwitzend das gesellschaftspolitische Klima wieder, die Gespräche eröffnen Fragen über das Verhältnis von Arbeit und Angst, Sehnsüchte nach Sicherheit im Job und im Urlaub werden spürbar.

    Welcome to the first world, a promise shining on the horizon. An attempt to invite you to dive into the 1,35m deep blue ocean. Fake waves and cultured rainforest, a promise of authenticity in a fictive wilderness. The interview- and film-footage for this film was shot in the vacation park „Tropical Islands“ in Brandenburg, Germany to research on oversea experiences and the social and economical aspects they represent.
  • Wie

    2017, Regie: Andrea Rüthel, Susanna Berivan

    Lerne die Sprache, die ich gelernt habe. Imitiere mir nach.