Ein Mann schiebt sich an seinem Rollator Schritt für Schritt in eine große Schreddermaschine. Er sieht müde aus. Es rattert und dann ist es sehr still. Diese Stille kennt auch Irmgard, die mit ihrem schweigenden Mann Manfred in der trostlosesten ostdeutschen Provinz wohnt. Der Traum von Selbständigkeit und Freiheit ist seit langer Zeit für die beiden geplatzt. Nicht um zu leben, sondern um zu überleben, sortiert Irmgard mit ihren wenigen im Dorf verbliebenen Freundinnen im Akkord den Wohlstandsmüll der großen Städte.
Für die Hochzeit des nichtsnutzigen Sohns muss sie wieder mal über den Schatten ihrer Würde springen und sich Geld borgen. Doch Heiko und dessen Braut Babette sind von Dankbarkeit weit entfernt. Irmgard hat schließlich genug davon, dass alles was sie für andere tut, als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Es ist Zeit, an sich selbst zu denken! Ihre Tochter Kathrin lebt in Neuseeland und würde sich freuen, wenn sie zu ihr käme. Sommer, Sonne, Strand. Nochmal ein ganz anderes Leben und alles in greifbarer Nähe! Da hilft es auch nichts, dass Manfred aus Angst vorm Alleinsein plötzlich aktiv wird und das Abendbrot für seine Frau anrichtet. Doch der scheinbar kleine Schritt in eine bessere Zukunft erweist sich als zu groß für die 60-jährige. Irmgard erscheint im Verein mit ihren Freundinnen lachend und in letzter Minute bei der Hochzeitsfeier ihres Sohns in der Gartenanlage „Vorwärts“. Mann und Kindern wie eh und je vergebend, genießt Irmgard einen kurzen glücklichen Augenblick der Harmonie und Zufriedenheit, bis sie doch ganz ungeplant für immer verschwindet.

SACHSOPHONIE SACHSOPHONIE SACHSOPHONIE SACHSOPHONIE

Informationen

Format:
DCP
Produzent:
Konstantin Achmed Bürger und Britt Beyer
Drehbuch:
Konstantin Achmed Bürger
Kamera:
Birgit Bebe Dierken
Schnitt:
Gregor Bartsch
Musik:
Carl Ludwig Wetzig
Schauspieler:
Hermann Beyer, Robert Glatzeder, Birgit Berthold, Antonia Holfelder, Tina Pfurr, Hildegard Schroedter, Alexnader Hörbe, Wera Herzberg,
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Aufgeführt bei:
ACHTUNG Berlin Filmfestival 2019
Gefördert durch:
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen