News 17.04.2026

Große Begeisterung für regionale Kurzfilme

Kurzsuechtig 2026 endet mit Besucherrekord

Foto: Anika Dollmeyer | Kurzsuechtig
Foto: Anika Dollmeyer | Kurzsuechtig

Das 23. Mitteldeutsche Kurzfilmfestival KURZSUECHTIG endet mit Besucherrekord

Rund 2.800 Gäste besuchten das Mitteldeutsche Kurzfilmfestival KURZSUECHTIG in der Schaubühne Lindenfels Leipzig. Alle Filmabende waren zum wiederholten Mal ausverkauft. Großer Gewinner des Festivals mit drei Preisen ist der surreale Kurzspielfilm „Blob und der Wolf“ des Regieduos Georg Kästle und Valentin Bolte aus Weimar und Leipzig.

Insgesamt 26 Filme wurden in den Wettbewerben Animation, Dok, Fiktion und Experimental präsentiert. In einer dreitägigen Ausstellung in der Plagwitzer Heilandskirche wurden außerdem herausragende mitteldeutsche Extended-Reality-Projekte gezeigt.

Als größtes Kurzfilmfestival für mitteldeutsche Produktionen widmet sich das Kurzsuechtig ausschließlich Filmprojekten bis 30 Minuten Länge, die einen Bezug zu Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen haben (Wohnort der Crewmitglieder und/oder Produktionsort des Films). Viele der beteiligten Filmschaffenden waren an den Wettbewerbsabenden persönlich anwesend und gaben Einblicke in ihr Filmschaffen.

Die Gewinnerfilme

Die Gewinnerfilme setzten sich in diesem Jahr u.a. mit dem gesellschaftlichen Zusammenleben auseinander: Den Jury- und Publikumspreis in der Kategorie Dok erhielt Adrian Sagolla für „Spiegelberg – Ein deutsches Dorf“, in dem er die Stimmungen, Hoffnungen und Wünsche der Einwohner eines Dorfes einfängt. Vom einzig verbliebenen Lebensmittelhändler, der sich auf seine Rente freut, über den Bürgermeister, der versucht den Ortskern am Leben zu erhalten, bis zum Landwirt, der nicht in eine „rechte Ecke“ abgeschoben werden will, beobachtet Sagolla feinfühlig das tägliche Leben der Dorfbewohner.

Im Animationswettbewerb befand das Publikum den Film „Detlev“ des Leipzigers Ferdinand Ehrhardt für preiswürdig: Mit Hilfe von Knetanimation erweckt er den einsamen Mittvierziger Detlev zum Leben, der nur durch ein mikrowellenerhitztes Toast Hawaii Wärme spüren kann. Humoristisch und traurig zugleich behandelt der Film die Themen Einsamkeit und fehlende menschliche Wärme.

In der Fiktion überzeugte das surreale Märchen „Blob und der Wolf“ des in Weimar und Leipzig lebenden Regieduos Georg Kästle und Valentin Bolte. Die beiden brachten einen kostümtechnisch aufwendig gestalteten Film über Schuld und Freundschaft auf die Leinwand. Der Film erhielt zusätzlich den Nachwuchspreis und den Kamerapreis für die beste Bildsprache.

Weitere Festivalhöhepunkte

Ergänzt wurde das Festival durch ein Gastland-Spezial mit sechs Kurzfilmen aus der Türkei. Unter dem Thema „Borders (Grenzen)“ zeigte das Programm Filme über Menschen, die es wagten politische, geografische und persönliche Grenzen zu überwinden.

Zusätzliche Workshops und Werkstattgespräche zu den Themen Animations- & Dokfilm, Filmmusik und Filmschnitt boten vertiefende Einblicke in die Welt der Filmproduktion.

Mit dem Kurzfilm für Kurze waren auch die kleinen Kinogäste eingeladen Kurzfilmluft zu schnuppern. Rund 140 Kindergartenkinder besuchten am Donnerstagvormittag das Festival.